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© Jürg Weingärtner, April 2020 • Horror

GESTALT

Mutter. Wie sie stöhnt in der Nacht. Ihr Stöhnen erfüllt mein Leben wie eine schneidende Säge, wie der Bohrer beim Zahnarzt, wie alles Leid dieser Welt. Jener Welt – es gibt sie nicht für mich. Eine Abstraktion, von der ich in einer Zeitung lese, von der ich im TV erfahre, von der ich gelegentlich vernehme, dass sie irgendwo existiert. Irgendwo … das ist überall, wo das Stöhnen meiner Mutter nicht zu hören ist.


Im Garten hinter dem Haus, hinter dem Stadtrand wuchert Unkraut, doch kümmert es mich nicht, ich kenne weder den Unterschied von Kraut zu Unkraut, noch den von leiden und leiden lassen. Denn hier ist alles Leid, und manch ein Unkraut wächst nicht im Garten. Während sie drin leidet, leide ich hier, denn woanders bin ich selten. Stadt … ein Wort ohne Bedeutung, Freunde? Ja, es gibt Menschen, die anrufen, die mich, selten und vergeblich, einladen, es gibt unseren Laden mit dessen Kunden, den Postboten und gelegentlich zwei blasse Männer, die etwas bezeugen wollen.


Mein Vater hat uns schon lange verlassen. Ich erinnere mich an einen stillen Mann, der sich, wann immer möglich, in das kleine Zimmer im Dachstock zurückzog. Angeblich, um zu arbeiten. Ich wusste, dass er der quälenden Stimme seiner Frau – meine Mutter – flüchtete. Als kleiner Junge versteckte ich mich einige Male unter seinem Pult, wollte mit ihm sein, er bot Ruhe, Schutz, Stille, nicht aber Kraft. Er lehnte sich nicht auf, er redete nicht mit ihr oder mit mir darüber. Er schwieg. Aus seinem Schweigen schien er Kraft zu holen. Sein Schweigen wurde zu meiner Kraft, mit all dem umzugehen. Also schwieg auch ich die meiste Zeit.


«Ich erinnere mich an den Moment, als mir bewusst wurde, dass der Tod – meine Auslöschung – das ewige Nichts, die absolute und unumkehrbare Nichtexistenz sein würde.»

Die Frau im braunen Ledersessel schaut ihn an und schweigt. Sie weiss, dass er mehr sagen wird, wenn sie ihre Anwesenheit verbirgt. Dominik an diesen Punkt zu bringen, ist das Ergebnis vieler Sitzungen.

«Nachdem ich dies gespürt … nein, nachdem ich das erfahren hatte, nun, danach war etwas anders. Es … fehlt etwas.»


Er schaut zu Boden, scharrt mit den Füssen, nervös, eine Hand drückt die Lehne des Sessels, in dem er wie festgeschraubt sitzt.

«Ein Teil vielleicht … etwas von mir, das Kind, das sich den Tod, diese Auslöschung immer nur als friedvollen, endlichen Schlaf vorgestellt hatte.»

Das war brillant. Sie hatte Dominik, den jungen Mann um die Dreissig, nicht wirklich erkannt. Oder hatte er sich verändert? War etwas passiert, seit er das letzte Mal in ihre Praxis gekommen und die meiste Zeit schweigend seine Knie angestarrt hatte?

«Was hat sich seither noch verändert?» fragt die Psychotherapeutin langsam, ruhig, interessiert.

Der schlanke Mann bewegt sich nicht, für einige lange Sekunden, dann atmet er schluchzend und glucksend auf:

«Ich weiss nicht. Nicht mehr viel. Nehme ich an.»

«Ihre Mutter wurde vor drei Jahren krank und bestand darauf, in keinem Krankenhaus zu bleiben, sie wollte zuhause sein.»

Sie macht eine Pause. Er soll die Gelegenheit haben, sich der Gefühle zu erinnern, als das begonnen hatte.

«… Was empfanden Sie da, Dominik?»

Er hebt seinen Kopf, starrt sie mit wachen, offenen Augen an.

«Was ich empf… ich … keine Ahnung.»

«Ja?»

«Ich …ich … wollte sie tot haben! Ja! Aber nicht so tot, wie es mir Angst machte, nur so tot, dass sie … dass nur noch jenes hier sein würde, was gut an ihr gewesen war. Ja, ich wollte, dass dieses Böse stirbt.»

Zitternd hievt er sich auf seinen dünnen Spinnenarmen in die Höhe. Seine Stimme erhebt sich, bebend:

«Doch was starb … das war das andere. Das, was ich nicht sterben lassen wollte.»

Er steht jetzt fast. «Ich weiss gar nicht, wer oder … oder was dort im Haus in diesen verschmutzten Laken liegt. Es … es ist nicht – es ist nicht meine Mutter!»

Ein Schaudern legt sich wie eine Decke über den Körper der Therapeutin. Sie würde die Sitzung jetzt beenden, um diese Szene verlassen zu können.


Seine Mutter hatte ihm oft von der – von ihrer Geisterwelt erzählt.


«Sie sind immer um uns. Die Geister. Gute und aber auch schlechte. Böse, voller Groll und Hass auf unsere Lebendigkeit. Wir sehen sie nicht – nicht einfach so.»

Er versuchte, nicht hin zuhören.

«Die Guten aber, sie stellen sich mit ihrer Kraft zwischen sie und uns. Es ist ein ewiger Kampf. Ob wir einst gute oder böse Geister werden, das liegt in unserer Hand.» Woher will sie das bloss wissen?

Einmal fragte er sie, ob sie denn schon Geister gesehen habe, dass sie das so genau wisse. Wie sie aussähen und was sie machten. Doch sie schaute ihn nur lange an und lächelte unvermittelt, aufgesetzt. «Zeit für’s Bett,» sagte sie dann und stand vom Sofa auf. Aber er wusste, dass sie überzeugt war, all dies gesehen zu haben. Es war ihre Angst.

«Man muss mit Freude und zufrieden alt werden und auch so sterben, dann wird man ein guter Geist.» Mit diesem Satz löschte sie das Licht im Zimmer und schloss die Tür. Allein im Dunkeln lag er da, in seinem Schweiss unter dem Leintuch und der schweren Filzdecke. Und um ihn herum in der Finsternis tanzten die bösen Geister um sein Bett herum und lachten über ihn. Die Guten aber hatten sich ins Arbeitszimmer seines Vaters zurückgezogen. Sie waren feige und voller Angst. So wie Dominik. Er konnte sie manchmal wimmern hören, in der Nacht, und es hörte sich an, wie sein Weinen.


An den Sonntagen, nach der quälenden Leblosigkeit der Kirche, nach der rätselhaften Rede des krankblassen Pfarrers sitzen er und seine Mutter für gewöhnlich in der Küche zu Tisch. Nicht heute, Mutter bereitet ein aufwändigeres Mahl, wie sie es nach der Kirche gern nennt.

Dominiks magere Gestalt steht in der Küche, seine Mutter dreht ihm den Rücken zu, sie rüstet Gemüse beim Herd.

«Lass dir gesagt sein, mein Junge, ja, denke daran, dass die Geister stets um uns herum sind, sie beobachten uns.»

Sonntage mag er nicht, er nennt es den Geistertag. Er sehnt sich nach der Schule am Montag. Er möchte rechnen, das macht er am liebsten, man darf dann an nichts anderes denken als an diese Zahlen.

«Sie sehen dich, immer, egal, wo du bist.»

«Leben Sie? Was ist ein Geist?» hört er seine dünne Stimme, aber er möchte keine Antwort, er will, dass seine Mutter schweigt.

«Sie sind tot. Das weisst du doch.»

«Und was sind Gespenster?»

«Gespenster? So etwas gibt es nicht, wer hat dir denn so etwas erzählt? Davor hatten die Menschen früher Angst.»


«Sind die Geister böse oder lieb?» Er möchte hören, dass sie lieb sind, bitte sag, dass sie freundlich sind.

«Oh, manche von ihnen sind voller Zorn und Eifersucht auf uns Lebende, sie sehen uns in unserer Lebendigkeit, die sie nicht haben.» Einmal nur möchte er eine andere Antwort.

«Du fragst mich immer wieder danach.»

Er schweigt und möchte sich verstecken, im Büro, unter dem Pult, bei seinem Vater, der nie zuhause ist.

Kurz dreht sie sich zu ihm um, lächelt bedeutsam.

«Wir können sie nicht sehen, mach dir also keine Sorgen.»

Doch sie umarmt ihn nicht, alles um ihn herum ist gross und dunkel. Die Küche ist dunkel, er mag sie nicht. Aber hier ist er nicht allein.

«Zum Glück.» ergänzt sie ihren Satz.

«Zum Glück … was?» fragt Dominik, wieder in der Hoffnung, sie möge einfach etwas anderes erzählen, aber es ist eine Obsession, weiter zu fragen.

Sie dreht sich erneut um, ihr Gesicht erscheint aus Stein gemeisselt, grob, grau.

«… dass wir sie nicht sehen können. Danke Gott dafür, dass du sie nicht sehen musst. Ihr Anblick ist nicht für die Lebenden gemacht.»

Als er seine nassen Tränen auf der Wange spürt, hört er die Stimme seiner Mutter aus der Ferne, er solle doch rasch in den Keller, um eine Flasche Wasser zu holen.

Damals wollte er nie mehr ihre Stimme hören, er wünschte, sie würde verstummen.


«Das Wasser ist viel zu kalt!» Seine Mutter, dort im Bett, im kleinen Zimmer, verhält sich, als ob er ihr ein Gift ins Glas getan hätte. «Das hast du nie begriffen, und auch jetzt noch … nichts kannst du richtig machen!». Sie versucht, sich aufzurichten, aber ihre zitternden, schwachen Arme geben nach, und stöhnend fällt ihr ausgemergelter Körper auf das zerwühlte Laken zurück, ihr weisses Haar bedeckt ihre Augen. Mit einer ungeschickten Bewegung ihrer zitternden Hand wischt sie die Strähne beiseite, doch selbst die wenigen Haare haben mehr Macht und gleiten zurück. Zwischen dem Haar blicken ihn ihre blassgrauen Augen an, der gelbe Augapfel leuchtet golden im abendlichen Licht, welches durch die schmutzigen Fenster auf ihr Gesicht fällt. Der Rest ihres Körpers und des Zimmers liegen in kalter Dunkelheit. Seine Hände zu Fäusten geformt, verlässt er das Zimmer, entschlossen, nie mehr hier hinein zu gehen. Ihr irres Lachen begleitet den Donner der zufallenden Tür als er die knarrende Treppe hinunter stürmt.


Die Therapeutin – sie benötigt keinen Namen, eine Funktion hilft ihm, sie nicht zu sehr zu mögen – setzt sich auf ihren Sessel und deutet ihm, auf dem Sofa Platz zu nehmen. Dort kann er sitzen oder liegen. Er bevorzugt eine sitzende Position, weil er schneller aufstehen und … und den Raum verlassen kann. Er mag diesen bunten Raum nicht. Während das Leder unter seinem Gesäss nachgibt fragt er sich, weshalb sie eine Frau ist. Er hätte ja einen Mann zum Therapeuten wählen können. Er erinnert sich gar nicht mehr, wie er hierher kam, dabei ist es erst wenige Wochen her.

«Wie geht es ihnen Dominik?»

«Gut.» Er weiss nicht, was “gut” bedeutet. Sollte er ihr das mitteilen?

«Ja, gut – denke ich.»

«Sie sind sich nicht sicher? Hat sich etwas zugetragen oder verändert?» Gerade als sie denkt, sie habe Dominik wohl mit zu vielen Fragen konfrontiert und womöglich abgeschreckt, beginnt er zu reden.

«Ich hatte ein Erlebnis.»

Als er schweigt, lockt sie ihn, «Erlebnisse sind gut, sie weisen auf Veränderungen hin; auch wenn es etwas war, was von aussen an Sie herantrat, kann das die Reflektion ihres Auftretens gegenüber der Aussenwelt aufzeigen. Das ist seht wichtig. War es denn gut?»

«Gut? … nein. Es war nicht gut. Es war erschreckend! Schrecklich.»

Dominik bemerkt ihre Erschrecken als er das sagt, es verleiht ihm die bisher fehlende Kraft, sich über ihre Macht, die sie vermeintlich ausübt, zu stellen.

«Ich hatte die Stromrechnung nicht bezahlt, ich … hatte es einfach vergessen. Es gab kein Licht mehr im Haus.»

«Und haben Sie sie nun bezahlt?»

«Nein, n-noch nicht, ich muss zunächst die Finanzen regeln, aber … darum geht es nicht, ich, es ist … ich habe etwas gesehen, es …» Plötzlich springt er auf, ringt um seine Fassung, und mit heisser trockener Stimme keucht er: «Es war entsetzlich!»

Sie erschrickt – ob er etwas schlimmes angestellt hat? Sie glaubt es nicht und schweigt, denn sie spürt es; heute würden sie weit kommen. Was hatte er gesehen – oder vermeintlich gesehen?

«Als ich Feierabend machte, wollte ich das Licht im Wohnzimmer anmachen, aber es blieb dunkel. Im Licht der untergehenden Sonne holte ich eine Glühbirne aus der Schublade weil ich dachte, es läge daran, dass die Leuchte auf dem Beistelltisch neben dem Sofa nicht funktionierte. Gerade als ich mit der neuen Birne in der Hand vor der Lampe stand, bemerkte ich …»


Er bricht stammelnd ab, die Therapeutin hat das Gefühl, Teil eines unheimlich Films zu sein, Dominiks Leiden, die Lebendigkeit seiner Tonalität während er erzählt – instinktiv weiss sie, dass er nicht phantasiert.

«… ich bemerkte eine … eine Gestalt. Sie war das schrecklichste, was ich je gesehen habe!»

Nun spürt sie ein Frieren auf ihren Unterarmen, es gleitet blitzschnell zu den Schultern hoch um schliesslich heiss ihren Schädel zu auszufüllen. Ein tiefes Brummen schleicht sich in ihre Ohren. Sie ertappt sich dabei, mehr wissen zu wollen, nicht als Therapeutin, vielmehr aus persönlicher Neugier.

«Auf dem Sofa hinter, also neben dem Beistelltisch lag diese Gestalt, sie war blass, weissgrau, wie … wie hingemalt, unbeweglich, aber ihre Konturen schienen zu wabern, zu … zu fliessen, wie … wie Dinge hinter heisser Luft – verstehen sie? Wie ein … ein Gespenst!»

Sie nickt, aufmerksam, mit weit geöffneten, brennenden Augen, die sie nun, länger als nötig, schliesst, um die Tränen ihrer Erregung zu verbergen. Dominik ist nicht ihr erster Klient – Patient? –, der im Laufe der Therapie Anzeichen eines dissoziativen Verhaltens zeigt, aber das hier ist anders. Das kam von einem Moment auf den anderen. Ihre Erfahrung lehrte sie, die Zeichen zu erkennen, welche Patienten so etwas entwickeln. Bei Dominik ist es einfach da.

«Kannst … magst du diese … Gestalt näher beschreiben?» Verliere ihn jetzt bloss nicht, lasse ihm Raum.

«Setzen Sie sich doch wieder hin.» Sie schiebt ihm das volle Glas Wasser näher. Er beachtet es nicht, er schaut durch die Wand hinter ihr auf etwas erschreckendes. Sie widersteht dem Drang, nach hinten zu blicken. Was ist nur mit mir los?

Dominik setzt sich wieder hin – hätte er sich auf einem heissen Eisen niedergelassen, er würde es nicht bemerkt haben.

«Ich weiss nicht mehr, als was ich gesagt habe, ausser … ja, ihr Arm war in einem unmöglichen Winkel nach hinten gestreckt … sie schien etwas zu ertasten.»

Unvermittelt bemerkt sie den typischen Gesichtsausdruck plötzlichen Erinnerns, als sie ihn sagen hört:

«Sie hat mich berührt.» Pause, dann, flüsternd: «Oh Gott … sie hat mich berührt, und ich habe es gespürt.»

«Wie hat sich das angefühlt?»

Er schüttelt den Kopf und schlägt die Hände vor sein Gesicht. Sie notiert Wörter wie Bedürfnis, Schutz, Flucht, Geborgenheit. Als er nichts sagt, beschliesst sie, den Fokus auf seine Empfindung zu setzen:

«Wie hast du dich gefühlt?»

Durch seine Hände versteht sie ihn schlecht, als er zögerlich antwortet:


«Ich hatte einfach Angst, verstehen sie? panische Angst.»

«Natürlich Dominik, ich verstehe, das ist ganz natürlich.» Seine Mitteilungsbedürfnis scheint zu versiegen, und auch die Therapiestunde ist bereits überzogen, aber sie muss noch etwas in Erfahrung bringen.

«Was hast du dann getan?»

Nun nimmt er die Hände vom Gesicht, und zunächst deutet sie seinen Blick als Wut, aber dann beantwortet er diese letzte Frage mit einem Schulterzucken, und:

«Ich stand dort und hoffte, all dies möge verschwinden, aber nach einiger Zeit, als nichts passierte, schloss ich einfach die Augen und versuchte, mich unsichtbar zu machen. So wie beim Zahnarzt.»

«Zahnarzt? … wie meinen Sie das?»

«Na eben so: Man schliesst die Augen und denkt sich weg, weg vom Schmerz, und wenn es vorbei ist, war es fast wie träumen.»

«Und wie lange –was geschah dann?» Unverzeihlich unprofessionell, ihre Fragen dienen nicht Dominik sondern befriedigen im Wesentlichen ihre Lust an dieser Erzählung.

«Irgendwann war es Nacht geworden und ich öffnete die Augen ganz kurz um zu prüfen, ob diese Erscheinung noch dort liegt, aber sie war weg.»

Sie wollte ihn noch fragen, ob er sich je wieder auf dieses Sofa setzen würde, aber vielleicht bei der nächsten Sitzung? Nein, er würde sich nie mehr dorthin setzen.


Am nächsten Morgen stirbt sie. Der Arzt ist bei ihr. Wie er Dominik die Nachricht mitteilt, verspürt er ein starkes Gefühl … ein gutes, doch noch kann er es nicht benennen. Ihm kommt der Gedanke, das Haus nieder zu brennen. Aber nicht das Zimmer seines Vaters mit dem Tisch darin, nein, das nicht.


«Wenigstens konnte sie im Frieden sterben» flüstert der Arzt, dessen Hand schwer und viel zu warm auf seiner Schulter ruht.

Später fragte er sich, ein wenig belustigt gar, wo sie diesen ganzen Zorn hin getan hatte. Und was geschieht jetzt mit all den Geistern in ihrem Zimmer, in dem Haus? Werden sie mit ihr weg gehen? Bestimmt, Dominik ist sich sicher, dass es diese nur gab, weil seine Mutter daran glaubte, weil sie immerzu von ihnen erzählte.

Als der Arzt geht, setzt er sich auf das Sofa und wartet auf das Bestattungsunternehmen.

Ob er seinen Vater informieren sollte? Er greift zum Telefon, aber er hat keine Nummer. Wie schmutzig der Hörer ist … achtlos lässt er ihn fallen, der Rhythmus des leisen Leerzeichens lässt ihn schläfrig werden, und er legt sich auf das Sofa. Es riecht alt und modrig. Ihn ekelt. 

Doch der Schlaf ist stark, das Bedürfnis nach … wonach ist ihm? Er weiss es nicht. Es ist jetzt nicht wichtig. Es war nie wichtig.


Bin ich eingeschlafen? Er möchte auf seine Uhr schauen, aber es ist zu dämmrig im Zimmer. Er liegt in einem flachen Bild aus dunklen, kontrastarmen Grautönen. Er erkennt das Wohnzimmer. Das Sofa, auf dem er liegt riecht stärker. Seine Hand tastet nach dem Lichtschalter am Kabel der Lampe auf dem runden Tisch am Kopfende des Sofas. Aber als er das Klicken hört, wird es nicht hell, weshalb er es wiederholt klicken lässt. Doch es bleibt dunkel. Ein tiefes, kaum hörbares Brummen lässt seine Trommelfelle nervös vibrieren, leicht, aber unablässig.

Als er den Kopf nach oben neigt, um mit seinen Augen die Lampe zu suchen … da erkennt er eine Gestalt.

Sie ist kaum zu erkennen, steht einfach hinter dem Lampenschirm, eine dünne, fahle Figur, wie grob in grau hingemalt, steht sie unbeweglich hinter der Lampe. Ihr Kopf ist lächerlich in die Länge verzogen, ein Gesicht ist nicht zu erkennen, aber er meint, in der milchig fliessenden Masse zwei dunkle Löcher unterscheiden zu können, dort wo sich die Augen befinden, keinen Mund. Oh Gott, sie hat keinen Mund. Ihre Kontur erscheint in ständigem Wabern unscharf. Er spürt, gelähmt, dass sie ihn anstarrt.

Seine Hand drückt noch immer den Lichtschalter, als würde er sich an dessen realer Härte festhalten wollen, doch gleichzeitig spürt er auf seinem Handrücken etwas feuchtkaltes …

Es ist kein Traum. Diese Gestalt ist da. Denn seine suchende Hand hat sie berührt.


Das Kind schliesst seine Augen und zählt lautlos bis zehn, um nicht sehen zu müssen, wovor es sich graut. Er zählt bis hundert. Und weiter. Das Brummen vermischt sich mit dem Rauschen seines Blutes in den Ohren und klingt dann ab. Durch die zusammengepressten Augenlieder dringt beruhigende Helligkeit. Der Spuk ist vorbei.


Die Türklingel kreischt, als jemand eintritt. Dominik springt von seinem Drehstuhl hinter der Theke auf, als ob er bei etwas ertappt worden ist.

«Guten Tag» sagt die Frau lächelnd und Dominik nickt stumm. Er bemerkt ihre Schönheit und blickt auf die Bedientheke. In deren Glas erkennt er sein ungepflegtes Erscheinen. Blass, seine Augen zwei dunkle Löcher, sein Gesicht milchigweiss … dann zuckt er zurück, ein unmenschlicher Laut dringt aus seiner Kehle, als er den Schrank hinter ihm anrempelt.

«Ist Ihnen nicht wohl?» hört er sie besorgt fragen.

«Nein, ich … doch, es … es geht mir gut, danke. Es ist …» er bricht ab.

«Wegen ihrer … Mutter? Ich habe davon gehört. Es tut mir leid.» Ihre Stimme klingt wohlwollend, mitfühlend, echt.

«Ja, also nein, ich meine, ich bin … mir ist etwas in den Sinn gekommen, ich habe etwas vergessen.» Er verlässt den Laden durch die Tür ins hintere Zimmer, stützt sich auf den Bürotisch. Er hat das Gefühl, seine Hände könnten durch den Tisch hindurch gleiten und stecken bleiben. Rasch zieht er sie zurück, richtet sich auf und flieht wieder zurück in die Sicherheit einer Anwesenheit.

Die Frau sieht sich um, ihr schmaler Rücken wirkt so zerbrechlich, ihr aufgestecktes Haar scheint ihn anzustarren. Ihre rechte Hand berührt wie zufällig die staubigen Antiquitäten. Ihre Stiefelletten klackern unregelmässig auf dem grauen, fleckigen Kachelboden.

Er weiss, dass sie nichts bestimmtes sucht, man kennt die Kundschaft.

«Suchen Sie etwas bestimmtes?» Nein, natürlich nicht.

«Oh, nein, ich komme zufällig vorbei. Bin neulich hergezogen und musste mal aus meinen Packschachteln raus, an die frische Luft, dachte, ein Spaziergang an den Stadtrand wird mir gut tun. Und hier bin ich.»

Warum redet die so viel? Warum will sie, dass er all das weiss? Sie lächelt als sie vergeblich auf seine Entgegnung wartet. Er will, dass sie geht. Sie wird nichts kaufen.

«Das ist aber eine schöne Vase» hört er sie sagen, und er blickt auf.

«Ist keine Vase.»

«Ist es nicht? Was ist es? Es könnte doch aber eine sein wenn man möchte?»

«Ist ’ne Urne. Deckel ging verloren.»

Ihre Hand zuckt zurück und ein lautes Klacken einer ihrer Schuhe ertönt.

«War niemand drin – also ich meine, niemandes Asche oder so.»

Sie sagt nichts mehr, und Dominik wünschte, sie hätte irgend etwas anderes berührt, als sie freundlich grüssend den Antiquitätenladen verlässt.

Einer Regung folgend eilt er ihr nach, aber als sie sich umdreht und ihre Eile unverkennbar Abstand gewinnen will, tut er so, als ob er nur rasch den Briefkasten leeren wollte. Als er die kleine Tür des Kastens öffnet kotzt ihm dieser eine Flut weisser Kuverts und einige dicke Tageszeitungen auf die Füsse. Ein Absender ist die städtische Stromversorgung.


Dominik setzt sich an den Küchentisch, um die Post durchzusehen. Mehr als üblich, drei Kuverts. Ein Lieferant, die Therapeutin, das Beerdigungsinstitut. Lieblos hatte er zuvor gegessen, das Geschirr stapelt sich in der steinernen, von dunklen Rissen durchzogene Spüle.

Etwas berührt ihn an der Schulter, er wischt es, ungeprüft, was es sein könnte, irgendwohin.

Nichts davon hat eine Bedeutung. Seine Arme ruhen müde auf der Tischplatte, sein Blick greift in eine tiefe, dunkle Leere. Für einen Moment wähnt er sich ausserhalb, sich selbst dabei beobachtend, wie er dasitzt … dieses Bild erinnert ihn an etwas, aber er weiss nicht, woran. Er sieht sich als blasse und dünne Gestalt, armselig und gebeugt zwischen Tisch und Stuhl gestopft.

Er bemerkt nicht, wie die Zeit vergeht, denn von draussen drückt das bleierne Dunkel der Nacht gegen die, die Küche spiegelnden, Scheiben, die dem Druck nur dank des gelben runde Lichts an der Decke standhalten. 

Irgendwann erwacht er aus diesem inneren Bild, er spürt das Brennen der trockenen Augen, die er vergessen hatte zu schliessen. Als er sie, benetzt, wieder öffnet vernimmt er ein leises Scharren, so, als ob etwas über den Boden der Küche gezogen oder geschoben wird. Er glaubt, etwas dem Augenwinkel zu seiner Linken zu sehen und dreht seinen Kopf dorthin, aber es ist nichts zu erkennen. Was sollte es denn sein …? Doch nicht wieder dieses seltsame Wesen? Seine panische Angst scheint etwas Hungriges zu nähren, sie quillt aus ihm hinaus wie Wasser aus einer Giesskanne. Das schabende Geräusch weicht, leiser werdend, einem tiefen regelmässigen Brummen … als er es erkennt und sein Blick sich suchend verengt, steht sie plötzlich dort, unweit neben ihm, dieses Ding aus weiss hingeschmiertem Grauen! Sie starrt ihn mit ihren schwarzen Löchern, hebt schwach einen Arm und bewegt sich dann mit einem Ruck schnell auf ihn zu, sie gleitet, schabt über den Boden, unkoordiniert, fliessend. Dann prallt sie in den Tisch, welcher mit einem kratzenden Geräusch über den Boden rutscht. Dabei berührt ihre Hand Dominiks Schulter. Dieser springt auf, der Stuhl fällt nach hinten, schreiend rennt er hinaus in die Finsternis des Hauses.


Einige Tage nach dem Tod der Mutter fällt der Strom aus. Sein Suchen nach dem Grund führt ihn zum Schreiben des Stromversorgungsamtes. Natürlich, die Rechnungen. Wie konnte er vergessen, was er früher gewissenhaft erledigt hatte? Als seine Mutter noch lebte und er noch …

Dann dunkelt es ein und Dominik legt sich zu Bett. Er hat eine letzte Kerze gefunden. Im Schein des flackernden orangen Lichts tanzt sein verzerrter Schatten die Treppe mit dem abgewetzten grünen Läufer hinauf. 

Geraden wirken schief mit ihren dicken, sich bewegenden Schatten, alles scheint in wallender Bewegung.

Am Zimmer seiner Mutter vorbei schleichend, wagt er einen Blick auf die geschlossene Tür, doch im Schein der Kerze erscheint sie nur angelehnt, während des Vorbeigehens gaukeln ihm die Schatten vor, sie würde sich langsam öffnen. Das Knarren der Bodendielen wähnt er als jenes der Tür. Ein kalter Hauch legt sich über seine Arme, seine Beine beginnen zu rennen.

Er weiss, dass er heute Nacht schwitzen wird, im Bett, aber er zieht die Decke über den Kopf.


Er bemerkt plötzlich, dass er wach daliegt. Verschwitzt und fröstelnd zugleich. Die Decke hat er ans Fuss-Ende hinunter gestrampelt. Es ist stockfinster, seine Hand findet den Lichtschalter, aber auf das Klicken … folgt kein Licht. Mit einem Schrei setzt er sich auf, schliesst seine Augen, denn in der bleiernen Finsternis kann er nichts sehen, und alles andere will er nicht sehen! Die Kerze. Die Streichholzschachtel. Das Schaben des Schwefelpfropfs auf der Box, gefolgt vom Aufblitzen der kleinen Explosion und endlich, nach zaghaftem Suchen das knisternde kleine Feuer auf dem Docht. Er klammert sich an den Kerzenständer wie an einen Rettungsring. “Bitte, lass es nicht ausgehen”. wiederholen seine Gedanken.

Als er sich hinunter in die Küche begibt, prüft er die Tür zum Zimmer seiner Mutter. Sie ist verschlossen. Er zieht den Schlüssel ab und wird nie mehr wissen, wohin er ihn getan hat.

Die schwarzen Scheiben der Küchenfenster reflektieren das Licht seiner Kerze und seinen angestrahlten Oberkörper im weissen Schlafanzug. Dort draussen ist schwarzes Nichts, er und die Kerze sind das Zentrum. Die Wanduhr zeigt erst 22:45. So früh? Er weiss gar nicht, wann er zu Bett gegangen war, aber früh genug, um dies nicht bei absoluter Nacht tun zu müssen.

Vorsichtig stellt er die Kerze auf den runden Küchentisch und dreht sich zum Kühlschrank um. Als er dessen Tür öffnet, wird er daran erinnert, dass es ohne Strom nicht nur kein Licht im Haus gibt, sondern auch keines im Kühlschrank. Und keine Kälte. Seine tastende Hand findet aber die Milchflasche und zufrieden dreht er sich zum Tisch, um sie hinzustellen.

Da entdeckt er diese Gestalt! Sie sitzt auf dem gegenüber stehenden Stuhl und Dominik erlebt den grauenvollsten Moment in seinem Leben, seine Beine drohen, nachzugeben, Adrenalin flutet seinen gelähmten Körper, das Rauschen seines Blutes drückt auf seine Trommelfelle. Und da ist auch wieder dieses tiefe Brummen. Es ist dieselbe Gestalt wie neulich, als er auf dem Sofa eingenickt war.


Diese … Monströsität sitzt dort, unbeweglich, er sieht sie von der Seite. Sein vor Panik erstarrter Körper steht ganz ruhig, er weiss instinktiv, dass er nur ungesehen ist, wenn er regungslos steht.

Ihre blassen Arme ruhen auf dem Tisch, der Rücken ist gerade, der Kopf scheint, leicht geneigt, nachdenklich auf etwas zu blicken, was sich in der Mitte des Tisches befindet. Aber dort ist nichts!

Dominik steht so lange ruhig, bis ihm die Beine zu brennen anfangen, doch seine Angst lähmt ihn, blockiert sein Denken, lässt sein Bewusstsein disslozieren.

Die Gestalt sitzt da, er steht dort, und nach langer Pause erinnert er sich, etwas tun zu müssen! Da ist er, der Tisch, darauf die Kerze, daneben die Gestalt. Er hat sie schon einmal gesehen!

Er muss sich bewegen. Die Kerze an sich bringen und flüchten, hinaus, den Weg entlang zur Strasse, die ihn zur Stadt mit ihrer rettenden Strassenbeleuchtung führen würde.

Da dreht sich der Kopf dieses Wesens langsam in seine Richtung – nein, nicht der Kopf dreht sich, sondern zwei dunkle Löcher bewegen sich zur Seite des Kopfes, bis ihr Blick auf ihm verharrt. Sein Grauen ist grenzenlos, aber kein Ton dringt aus seinem Mund. Sie starrt ihn einfach an. Plötzlich, ohne dass er dies vorhatte, stürzt er auf die weisse Gestalt zu, möchte sie mit aller Kraft umwerfen, wobei er aber mit einem Bein in den Tisch läuft, weshalb der Stoss lediglich in einer sanften Berührung an der Schulter dieser grauenhaften Erscheinung endet.

Die Gestalt zuckt zusammen, springt auf, der Stuhl, auf dem sie sitzt, fällt zurück, prallt an die Küchengarnitur. Während Dominik sein Gleichgewicht sucht, macht die Gestalt in fliessender Bewegung einige Schritte aus dem flackernden Kerzenschein in die Dunkelheit, und während die Kerze umfällt und ihr Licht erlischt, entringt sich Dominiks Kehle endlich ein befreiendes Heulen. Es dauert lange, bis er merkt, dass es sein Schreien ist, vor dem er sich die Ohren mit den Händen bedeckt. Schliesslich sitzt er auf dem kalten, steinernen Küchenboden in der Finsternis, und als endlich der erlösende Morgen dämmert, sitzt er in der kalten Pfütze seines Schreckens. Von fern hört er einen Ton wie ein Klopfen an die Küchenscheibe und sein Kopf wirbelt herum, gehetzt sucht sein Blick draussen vor dem Fenster die Ursache – und dort steht sie, diese fürchterliche Gestalt. Sie beobachtet ihn vom Garten aus.


Irgendwann ist es morgen, und er findet sich in diesem ergrauten Garten hinter dem Haus, es dämmert. In diesem Zwielicht erkennt er die dürren Umrisse des hüfthohen Unkrauts, die Sträucher und Dornenranken an der Hausmauer, grau für grün, kränklich hängend statt aufrecht gesund, gespenstisch, unbewegt, zeitlos.

Wie er hierher gekommen ist, weiss er nicht mehr. Seine Hose ist feucht und kalt wie der Tagesbeginn. Ihn friert. Er dreht sich um und möchte in das Haus hinein. Als er am Küchenfenster vorübergeht, beleuchtet die aufgehende, milchige Sonne die Küche, und sein Blick fällt auf den runden Tisch in der Mitte, das weisse Wachs der umgestürzten Kerze über dessen Holzplatte verspritzt.

Plötzlich bleibt er stehen.

Dort am Boden, vor dem Tisch, was ist denn das?

Es sieht aus wie … wie wenn dort jemand sitzt! Das Ding sitzt auf dem kalten Steinboden, hält ihre angewinkelten Beine mit beiden Armen umschlungen, nahe des Oberkörpers. Sie wippt leicht vor und zurück …

Plötzlich vernimmt er wieder dieses Rauschen, es steigert sich, tiefer werdend, zu einem vibrierenden Brummen, füllt seinen Kopf wie eine heisse, schwere Masse …

… Da ist sie wieder … diese Gestalt! Seine Arme suchend nach Halt ausgestreckt berührt er das Fenster, der Klang der Scheibe lässt den Kopf der Gestalt herum schnellen, nein, deren leere Augenhöhlen fliessen zur Seite und finden seinen erstarrten Blick. Dominik wirbelt herum und rennt.


Bei Tag erreicht Dominik schliesslich schnaufend die Stadt. Bald würde er am Haus seiner Therapeutin vorbeikommen. Doch die Stadt ist ohne Menschen. Ferien? Zu früh? Wochenende? Er weiss es nicht.

Niemand öffnet, als er am Eingang der Praxis die Klingel betätigt, also begibt er sich hinein, die Klinke vorsichtig herunter drückend, er möchte nicht ungebeten stören. Im Vorraum brennt eine Stehlampe, die bunten Bilder an den weiss gestrichenen Wänden vermitteln Wärme. Weiss bemalte Wände … sie erinnern ihn an den Grund seines Hierseins.

An der Tür zur Praxis verharrt er und lauscht. Eine Stimme. Eine Männerstimme dringt durch den Spalt. Ob er klopfen soll? Nein, sie berät wohl einen Klienten, er würde abgewiesen werden, aber er kann nicht warten, also drückt er die Tür auf und betritt forsch den Raum, die Sicherheit, die Zuflucht. Schlagartig wird im warm und wohl. Alles wird gut Dominik, es ist gut. So hat er es gelernt.

Im Sessel sitzt Frau Seehofer-Vonderlippe, seine Therapeutin. Sie scheint nicht bemerkt zu haben, dass er hinein getreten ist. Er wartet freundlich, seine Hände zu einem nervös fliessenden Knoten verkrampft.

Der Mann, von dem er auf dem Sofa lediglich Schulter und Hinterkopf sehen kann, hört unvermittelt zu sprechen auf. Langsam dreht sich sein Kopf. Als ihn der Mann bemerkt, springt er auf, weicht einen Schritt zurück, hebt einen Arm zeigend auf Dominik und schreit, panischer als Dominik jemals jemanden erlebt hat:

«Das ist sie, sie ist hier! Die Gestalt ist hier, sie verfolgt mich – sehen sie, dort! Sehen sie … es denn nicht?»







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